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02.01.2023

Bischof Hanke zu Silvester: Kirche muss der Botschaft, nicht der Struktur dienen

Bischof Gregor Maria Hanke predigt zum Jahresende über die Rolle der Institution der Kirche. Foto: Pia Dyckmans/pde

Dem Status der Institution Kirche wurde in der Vergangenheit zu viel Bedeutung beigemessen. Dieses Verhalten mache nicht nur beim Umgang mit sexuellen Missbrauch blind, sondern führe immer zu Fehlern. Der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke erinnerte zu Beginn der Jahresabschlussandacht an Papst em. Benedikt XVI., der am Silvestermorgen im Vatikan verstorben ist. Gemeinsam mit den rund 100 Gläubigen in der Schutzengelkirche gedachte er dem verstorbenen deutschen Papst in einer Gedenkminute und einem abschließenden gemeinsamen Vater Unser. In seiner Silvesterpredigt während der Jahresschlussandacht ging er auf die Versäumnisse der katholischen Kirche ein und ihren Auftrag im Sinne des Evangeliums, ein Korrektiv zu sein.

Die Versäumnisse zeigten sich in der momentanen Situation der Kirche: „Wir erleben eine große Austrittswelle aus der Kirche und einen verheerenden Glaubwürdigkeitsverlust. Die Motive für den Austritt sind vielschichtig. Nicht wenige der Ausgetretenen wie auch solche, die noch in der Kirche verbleiben, treibt Empörung, weil sie nicht klarkommen mit einer Kirche, in der Minderjährige und Schutzbedürftige von geweihten Personen unter dem Deckmantel des Heiligen sexuell missbraucht wurden.“ Gerade für die Schutzbedürftigsten der Gesellschaft hätte Kirche Anwalt sein müssen. Dies hätten die Verantwortungsträger jedoch nicht getan. Zwei Kriterien seien, laut Bischof Hanke, für die kirchliche Aufarbeitung leitend: „Erstens: Sexueller Missbrauch galt auch vor Jahrzehnten als schwere Straftat und wurde auch von der kirchlichen Morallehre als höchst verwerflich und schwere Sünde verurteilt. Zweitens: Die Sendung der Kirche gilt den Schwachen und Verletzten. Deren Leid hat sie sich anzunehmen und für sie einzustehen, erst recht für Minderjährige, deren weiteres Leben durch Missbrauch schwer geschädigt wurde.“ Der Verweis auf die Parallele zur damaligen Gesellschaft möge zwar das kirchliche Vorgehen treffend beschreiben, sei aber keine Entschuldigung: „Die Parallelität des Verhaltens kirchlicher Verantwortlicher mit dem damals in der Gesellschaft üblichen Umgang bei sexuellem Missbrauch ist doch das Eingeständnis, dass wir uns als Kirche eben nicht dem Evangelium gemäß verhalten haben.“

Daher stellt sich Bischof Hanke zum Jahresende die Frage, wie die Kirche angesichts dieses Befundes weiterkomme? Wie könne die Katholische Kirche wieder glaubwürdig werden? Für den Eichstätter Bischof gehören dazu auch die Anstrengungen auf dem Gebiet der Prävention und die strengen Richtlinien gegen sexuellen Missbrauch, die auch externe Fachleute als vorbildlich beschreiben. „Sind all die Bemühungen ausreichend für die Zukunft der Kirche? Vielleicht sollten wir uns verstärkt die grundsätzliche Frage stellen: Warum hat die Kirche nicht ihrem Sendungsauftrag entsprochen?“

Die Botschaft Jesu und ihr damit verbundener Auftrag sei, so Bischof Hanke, heute noch genauso aktuell wie zu seinen Anfängen: „Zu allen Zeiten suchen die Menschen nach dem Sinn des Lebens, sie sehnen sich danach, geliebt zu werden und Erlösung aus ihrer Gebrochenheit zu erfahren, sie warten auf Wegbegleitung auf den Kreuzwegen ihres Lebens und suchen Antworten nach der Bedeutung von Leid und Krankheiten, nach Gerechtigkeit, sie fragen, ob dieses Leben alles ist oder ob der Mensch über seinen Tod hinaus eine Zukunft erhoffen darf.“ Dafür seien nicht die kirchlichen Strukturen die Antwort sondern allein das Leben und Wirken von Jesus Christus. Diesem Auftrag habe die Struktur zu dienen und dazu seien alle als Diakon, Priester, Bischof, als Verantwortungsträgerin und Verantwortungsträger in Pastoral und Gremien aufgerufen. „Mehr der Botschaft, dem Inhalt des Glaubens dienen zu wollen als einem institutionellen Gefüge, macht die Verkündigung des Gotteswortes und die Feier der Sakramente, macht die Weggemeinschaft der Kirche zum Raum tiefer Begegnung mit ihm und untereinander. Die Sehnsucht und die Hoffnung der Menschen finden darin Raum. Diese innere Glut, die wir als Gläubige und Verkündiger spüren müssen, macht Kirche anziehend.“ Dann könne Kirche auch wieder ein einladendes und kraftvolles Korrektiv für die Gesellschaft sein, versichert Hanke in seiner Silvesterpredigt.

Bereits zuvor hatte Bischof Gregor Maria Hanke in einem Videointerview auf das vergangene Jahr zurück und in die Zukunft geblickt. Das Interview können Sie hier schauen.

Die nächsten Termine

Freitag, 03. Februar
Erstkommunion-Wochenende
Ort: Jugendtagungshaus Schloss Pfünz
Veranstalter:  Gemeindekatechese Eichstätt
Samstag, 04. Februar
18.30 Uhr
Eröffnungsgottesdienst der Woche für Paare - Marriage Week "Gemeinsam"
Ort: Hofkirche Neumarkt
Veranstalter: Katholische Erwachsenenbildung (KEB) und Evangelisches Bildungswerk (EBW) Neumarkt
Montag, 06. Februar
19.00 Uhr
Auf der Suche nach dem Wir - Im Rahmen der Woche für Paare
Ort: Aula des Landratsamts Neumarkt
Veranstalter: Katholische Erwachsenenbildung (KEB) und Evangelisches Bildungswerk (EBW) Neumarkt
Donnerstag, 09. Februar
19.30 Uhr
Reihe Bibelkneipe König David - ein Auftragsmörder!
Ort: G 6 - Haus für Jugend, Bildung und Kultur
Veranstalter: Katholische Erwachsenenbildung (KEB) und Evangelisches Bildungswerk (EBW) Neumarkt
Freitag, 10. Februar
Firm-Wochenende für Firmkinder und ihrer Familie
Ort: Jugendtagungshaus Schloss Pfünz
Veranstalter:  Gemeindekatechese Eichstätt
19.00 Uhr
"Ehepaare kommen in den Himmel - in der Hölle waren sie schon" - Kabarett mit Stephan Bauer - im Rahmen der Woche für Paare
Ort: Aula des Landratsamts Neumarkt
Veranstalter: Katholische Erwachsenenbildung (KEB) und Evangelisches Bildungswerk (EBW) Neumarkt
Sonntag, 12. Februar
19.00 Uhr
Gemeinsam unterwegs Im Rahmen der Woche für Paare
Ort: Evangelisches Zentrum Neumarkt
Veranstalter: Katholische Erwachsenenbildung (KEB) und Evangelisches Bildungswerk (EBW) Neumarkt
Freitag, 17. Februar
Farben des Lebens - Filmexerzitien
Ort: Kloster St. Josef - Exerzitien-, Tagungs- und Gästehaus
Veranstalter: Exerzitienreferat im Bistum Eichstätt
Mittwoch, 22. Februar
Kreuz|Weg|Kunst - Podiumsgespräch
Ort: Pfarrrkirche Postbauer-Heng
Veranstalter: Pfarrei Postbauer-Heng
Donnerstag, 23. Februar
19.00 Uhr
Montag, 27. Februar
19.00 Uhr
Der Kreuzestod Jesu - Opfer für unsere Sünden?
Ort: Kolpinghaus Johanneszentrum
Veranstalter: Katholische Erwachsenenbildung (KEB) im Landkreis Neumarkt
Freitag, 03. März
Firm-Wochenende für Firmkinder und ihrer Familie
Ort: Jugendtagungshaus Schloss Pfünz
Veranstalter:  Gemeindekatechese Eichstätt
Montag, 06. März
19.00 Uhr
Wie kann ich an Kinder und Enkelkinder weitergeben, was mich trägt und was mir mein Glauben bedeutet?
Ort: Kolpinghaus Johanneszentrum
Veranstalter: Katholische Erwachsenenbildung (KEB) im Landkreis Neumarkt
Freitag, 10. März
Farben des Lebens - Filmexerzitien
Ort: Kloster St. Josef - Exerzitien-, Tagungs- und Gästehaus
Veranstalter: Exerzitienreferat im Bistum Eichstätt
Samstag, 11. März
09.00 Uhr
„Sehen – verstehen – vermitteln“: Neuer Kurs für Kirchenführungen
Ort: Bistumshaus Schloß Hirschberg
Veranstalter: Diözesanbildungwerk e.V.
Montag, 13. März
09.30 Uhr
Beweglich bleiben im Alter: Seminar für Betreuungspersonal und pflegende Angehörige
Ort: Pfarrei Heilig Kreuz
Veranstalter: Bereich Altenbildung der Kath. Erwachsenenbildung im Bistum Eichstätt
Freitag, 17. März
Wochenendseminar "Gemeinsam unterwegs"
Ort: Bistumshaus Schloß Hirschberg
Veranstalter: Ehe-, Familien- und Kinderpastoral im Bistum Eichstätt