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26.09.2025

„Manche Not ist leise“: Herbstsammlung der Caritas

Die inklusive Veeh-Harfengruppe unter Leitung von Julia von der Brelie.

Die inklusive Veeh-Harfengruppe unter Leitung von Julia von der Brelie sorgt häufig für die musikalische Gestaltung bei den Offenen Hilfen des Caritas-Zentrums St. Vinzenz Ingolstadt. Foto: Andrea von Eberstein/Caritas

Eichstätt. (pde) – Die diesjährige Herbstsammlung des Diözesan-Caritasverbandes Eichstätt findet vom Montag, 29. September, bis Sonntag, 5. Oktober, statt. „Manche Not ist leise“ lautet das Motto. In den Pfarreien gehen Ehrenamtliche von Haus zu Haus, um Spenden zu erbitten oder Überweisungsträger auszuteilen. Mit den Einnahmen werden unter anderem Menschen in finanzieller Not, mit Behinderung, mit psychischen Erkrankungen sowie schwangere Asylbewerberinnen unterstützt.

„Nicht unbedingt die Menschen, die lautstark nach Hilfe schreien, sind in einer echten Notlage. Manchmal sind es die, die eher im Hintergrund bleiben und sich schämen, ihre Notlage zuzugeben“, schreibt Diözesanadministrator und Caritaspräses Dompropst Alfred Rottler in seinem Sammlungsaufruf. Es gebe die „leise Not“, vielleicht sogar in der nächsten Umgebung, und sie habe verschiedene Gesichter. „Sie kann uns in einem jungen Arbeitslosen begegnen, in einer alleinerziehenden Mutter oder in einem älteren Menschen, der nur eine kleine Rente hat“, nennt Rottler Beispiele. Die Caritas wirke mit ihren Einrichtungen und Diensten schon seit vielen Jahren der „leisen“ und „versteckten“ Not entgegen. Die Türen ihrer Beratungsdienste stünden für alle offen. Damit die Caritas auch in Zukunft wirksam helfen könne, bittet der Caritaspräses die Bevölkerung um Unterstützung. Von den eingenommenen Spenden bei der Caritassammlung verbleiben 40 Prozent in der Pfarrei für konkrete Hilfe vor Ort, 60 Prozent gehen an den Caritasverband Eichstätt.

Für Personen in finanzieller Not und Menschen mit Behinderung

32.000 Euro aus der Sammlung dienen der Hilfe zum Lebensunterhalt. Die Caritas-Kreisstellen im Bistum Eichstätt können dadurch Menschen in akuter finanzieller Not mit Kleinbeträgen unterstützen. Nach Mitteilung des Ingolstädter Caritas-Sozialarbeiters Bernhard Gruber kann dies beispielsweise geschehen, damit sich Betroffene dringend benötigte Medikamente besorgen oder die Zuzahlung leisten können. Dafür müsse der Kreisstelle ein Nachweis vorgelegt werden. Auch könnten die Caritas-Mitarbeitenden einen Kleinbetrag aushändigen, damit arme Menschen die Zeit überbrücken können, wenn sich die Auszahlung einer Sozialleistung – etwa des Bürgergeldes – verzögert. In diesem Fall setzt sich die Beratungsstelle laut Gruber gleichzeitig mit der Sozialbehörde in Verbindung, um den Vorfall zu klären.

Schließlich gebe es Fälle, in denen am Freitagmittag plötzlich sozial bedürftige Menschen zur Beratungsstelle kommen und, so Gruber, „mitteilen, dass sie zum Beispiel keine Windeln haben“. In solchen Situationen händigen die Caritas-Mitarbeitenden den Betroffenen ebenfalls einen kleinen Geldbetrag aus, bestellen die Person aber gleichzeitig für den darauffolgenden Montag in die Kreisstelle ein, um die Lebenssituation grundlegend zu besprechen.

Mit 25.000 Euro aus Mitteln der Sammlung fördert die Caritas die Offene Behindertenarbeit (OBA) des Caritas-Zentrums St. Vinzenz in Ingolstadt sowie die der Caritas-Sozialstation Eichstätt. Diese Einrichtungen beraten Menschen mit Beeinträchtigungen sowie deren Angehörige in sozialen und rechtlichen Fragen und gestalten Freizeit-, Sport- und Bildungsangebote. Zudem leisten sie Projektarbeit, um die Inklusion in Gesellschaft und Kirche voranzutreiben und der Isolation von Menschen mit Behinderung entgegenzuwirken. Vielfach arbeiten die OBAs dafür in Netzwerken mit anderen Gruppierungen zusammen, etwa Schulen, Sportvereinen und Künstlern.

 

Für psychisch kranke Menschen und schwangere Asylbewerberinnen

9.500 Euro erhält die Eichstätter Tagesstätte „Lichtblick“ für psychisch kranke Menschen, damit sie ihren Aufenthaltsraum neugestalten kann. Die Tische und Stühle haben ein Alter und einen Zustand erreicht, in dem sie ersetzt werden müssen. Außerdem sind die Aufenthaltsräume seit einem Umzug vor einigen Jahren kleiner geworden. Daher ist die Einrichtung darauf angewiesen, die Möbel einmal am Tag für Bewegungsangebote an den Rand zu schieben und danach wieder zurückzustellen. Da sowohl Besucherinnen und Besucher als auch Mitarbeitende inzwischen älter geworden sind, wird dies zunehmend beschwerlich. Deshalb werden die bisherigen Tische durch solche mit Rollen und Klappfunktion ersetzt. Die neuen Stühle sind leicht zu reinigen und abwischbar. Durch die Umgestaltung können Angebote im Sitzen, Stehen und in Bewegung durchgeführt werden, um alle Sinne der Besucherinnen und Besucher anzusprechen.

5.100 Euro aus der Sammlung gehen an die Schwangerenberatung der Caritas in Ansbach, damit diese Einzelfallhilfen für schwangere Asylbewerberinnen im Gebiet der Diözese Eichstätt leisten kann. „Während wir für nicht im Asylverfahren befindliche Schwangere mittels eines Antrags an die Landesstiftung Hilfe für Mutter und Kind eine wirksame finanzielle Beihilfe zur Anschaffung von Schwangerschaftskleidung, Babyausstattung und je nach Bedarf noch für andere Dinge beantragen können, dürfen wir für die genannten Schwangeren lediglich 200 Euro Stiftungsleistungen beantragen“, informiert Petra Strmecki, Leiterin der Schwangerschaftsberatung der Caritas Ansbach.

Ein Problem sei zudem, dass mit der für Asylbewerberinnen und Asylbewerber eingeführten Bezahlkarte in vielen günstigen Geschäften, zum Beispiel Second-Hand-Läden, nicht bezahlt werden könne. Daher sollen schwangere Asylbewerberinnen im Bistum Eichstätt zusätzlich 150 Euro aus der Caritassammlung erhalten, sodass insgesamt 350 Euro für den Kauf von Umstandskleidung und Babyerstausstattung zur Verfügung stehen. Mit 5.100 Euro können so 34 Frauen unterstützt werden.

Die Schwangerenberatung der Caritas Ansbach berät Schwangere und Familien mit Kindern bis zu drei Jahren im Gebiet der Diözese Eichstätt, insbesondere in den Dekanaten Herrieden und Weißenburg. Sie bietet zudem einmal pro Woche, mittwochs, Außensprechstunden in der Caritas-Kreisstelle Weißenburg an.

Aufruf zur Caritas-Herbstsammlung

Die nächsten Termine

Samstag, 06. Dezember
22.30 Uhr
Kulinarischer Filmabend im Schloss Hirschberg
Ort: Bistumshaus Schloss Hirschberg
Veranstalter: Diözesanbildungswerk Eichstätt: Bereich Altenbildung
Mittwoch, 10. Dezember
18.30 Uhr
BDKJ Regionalversammlung Region Oberpfalz
Ort: Heilig Kreuz Neumarkt
Veranstalter: BDKJ Region Oberpfalz
Sonntag, 14. Dezember
16.00 Uhr
Abschluss der Neumarkter Krippenausstellung
Ort: Reitstadel Neumarkt
Veranstalter: Katholische Erwachsenenbildung (KEB) Neumarkt-Roth-Schwabach
Freitag, 19. Dezember
19.00 Uhr
Ankerstunde
Ort: Pfarrrkirche St. Elisabeth Postbauer-Heng
Veranstalter: Pfarrei Postbauer-Heng - "Tragwerk 7"
Sonntag, 21. Dezember
18.00 Uhr
Mitmach-Konzert
Ort: Pfarrrkirche St. Elisabeth Postbauer-Heng
Veranstalter: Pfarrei Postbauer-Heng - "Tragwerk 7"
Montag, 05. Januar
18.00 Uhr
Kalendergeschichten – Lesung mit Brecht & Wein Im Rahmen von Tragwerk7
Ort: Pfarrrkirche St. Elisabeth Postbauer-Heng
Veranstalter: Katholische Erwachsenenbildung (KEB) Neumarkt-Roth-Schwabach
Dienstag, 06. Januar
15.00 Uhr
Kirche mobil
Ort: Spielplatz Deininger Siedlungsgebiet
Veranstalter: Pfarrverband Deining
Samstag, 24. Januar
09.00 Uhr
Dekanatsforum der Dekanate Neumarkt und Habsberg
Ort: Kolpingshaus Johanneszentrum
Veranstalter: Bischöfliche Dekanate Neumarkt und Habsberg
Samstag, 31. Januar
19.00 Uhr
"Im Hier und Jetzt" - Eröffnungsgottesdienst der Woche für Paare - Marriage Week
Ort: Hofkirche Neumarkt
Veranstalter: KEB, EBW, EFL-Beratungsstelle Neumarkt, Pfarrei Hofkirche Neumarkt und Evang.-Luth. Dekanatsbezirk Neumarkt