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29.06.2021

Wie in einer richtigen Familie: Geistliches Wort zum Festtag Petrus und Paulus

Foto: pixabay

Unterschiedliche Charaktere finden sich fast in jeder Familie. Eltern staunen oft, wie verschieden ihre Kinder sind. Das eine eher still und zurückhaltend, das andere eher lebhaft und mit vielen Interessen. Dennoch: Solche Unterschiedlichkeiten können sich in der Entwicklung der Kinder auch ändern, so dass auch Gemeinsames zum Vorschein kommt. Das kann dann auch für die Kinder und für die Familie eine Bereicherung sein – vor allem dann, wenn Kinder sich gegenseitig ihre Ecken und Kanten „abschleifen“ und so sich erst richtig schätzen lernen.

Unterschiedlichkeiten und die damit entstehenden Reibereien gab es auch unter den Aposteln Jesu. So zwischen den Zwölf und Paulus. Es war vor allem Petrus, der für Paulus zu einer Herausforderung wurde. Schon die Ursprünge ihrer Berufung waren recht unterschiedlich: Petrus wurde beim Fischfang am See Genezareth von Jesus berufen. Paulus ganz persönlich durch den auferstandenen Christus auf dem Weg nach Damaskus. Doch beide hatten auch eine dunkle Seite, ähnlich wie es manchmal bei Geschwistern sein kann: Petrus leugnete beim Prozess gegen Jesus drei Mal, diesen überhaupt zu kennen. Paulus wiederum war vor seiner Berufung ein glühender Christenverfolger.

Doch dann ging es um die Frage: Was ist unser gemeinsamer Ursprung, was verbindet uns und wie ist die Kirche zu führen? Ist es nicht unsere gemeinsame Liebe zu diesem Christus, der die junge Kirche zusammenhält? Es ging um das Zusammenwachsen der Kirche, die aus Juden- und Heidenchristen bestand. Petrus schlug sich in seiner Wankelmütigkeit mal auf die eine, mal auf die andere Seite. Paulus, von Geburt selbst ein Jude, erkannte, dass Gott auch die Heiden in sein neues Volk, also in die Kirche berufen hat. Nach einer harten Aussprache erfolgte dann die Einigung auf dem ersten Konzil in Jerusalem im Jahr 55 n. Chr.

Diese Offenheit der jungen Kirche wurde zum Segen für die neue Familie Gottes. Trotz unterschiedlicher Ausrichtung in der Verkündigung des Evangeliums kam es also nicht zur Spaltung. Paulus erkannte Petrus als oberste Autorität der gesamten Kirche an. Petrus dagegen erkannte die Leidenschaft des Paulus für die Berufung der Heiden in die Kirche an. Könnten nicht auch heute Unterschiedlichkeiten ein Segen für die Kirche sein? Wichtig aber wäre, der achtsame und respektvolle Umgang miteinander in der einen Familie der Kirche. Entscheidend wäre, dass sich unterschiedliche Strömungen gemeinsam immer neu auf dem Weg zu Christus machen und zusammenhalten wie Petrus und Paulus. 

Pfarrer i.R. Richard Distler, Meckenhausen


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Veranstalter: Diöz. Koordinationsstelle zur Prävention gegen sexualisierte Gewalt + Bisch. Jugendamt Eichstätt