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29.10.2021

Die Medaille hat zwei Seiten - Impuls zum Festtag Allerheiligen

Foto: pixabay

Der November kann schon trüb sein. Ich mag das nasskalte Wetter einfach nicht. Wenn dann aber der kleinste Sonnenstrahl auftaucht, ist er für mich wie ein Hoffnungsschimmer. Ich atme dann förmlich auf und versuche, ihn regelrecht „einzufangen“. Ich gehe hinaus und lasse mich vom Lichtstrahl treffen. Je düsterer das Herbstwetter ist, desto intensiver nehme ich schönes Wetter wahr – wenn es denn einmal kommt.  

Am Anfang des trüben Herbstmonats November stehen nun die beiden Tage Allerheiligen und Allerseelen auf dem Kalender. Viele Menschen gehen dann auf den Friedhof und zu Gottesdiensten, um an liebe Menschen zu denken und für sie zu beten. Manchmal mag da das traurige Wetter gut zu unserem inneren Gefühl passen, das uns beschleicht. Denn egal, ob der Verlust erst vor kurzem war, oder ob ich jemanden schon seit Jahren vermisse: Die Abwesenheit eines geliebten und geschätzten Menschen fällt uns immer schwer.

Doch jede Medaille hat zwei Seiten –  und das nicht nur beim Wetter. Wir denken zu Beginn des November ganz besonders an unsere Verstorbenen und fühlen dabei auch Trauer und Abschiedsschmerz. Doch gerade Allerheiligen will eigentlich kein trauriger Tag sein: Schon seit dem vierten Jahrhundert feiern die Christen ein Fest, das an alle Heiligen erinnert. Heilige verwechseln wir oft mit einer Art Superman, der Übermenschliches geleistet hat. Eine Heilige oder ein Heiliger ist aber jemand, die oder der nach dem Tod bei Gott im Himmel ist. Wir kennen sehr viele Heilige, wie etwa Maria, die Mutter Jesu. Wir lesen in der Bibel von großen Propheten oder Aposteln, die wir als Heilige verehren. Nikolaus und Martin etwa sind sehr beliebte Heilige, denn sie beschenken jedes Jahr die Kinder. Ich finde die Idee der Christen aus dem vierten Jahrhundert einfach großartig.  

Zu Allerheiligen gehört übrigens auch, dass wir an die Heiligen denken, die wir nicht aus der Bibel kennen oder die in keinem Heiligenkalender stehen. Heilig sein kann jeder und jede! Ich kenne viele, die schon gestorben sind und von denen ich fest ausgehe, dass Gott sie mit seinen offenen Armen empfangen und fest in sein Herz geschlossen hat. Bei aller Trauer, die ich empfinde, wenn ich an meine lieben Verstorbenen denke, ist das die andere Seite der Medaille: Gott sehnt sich danach, dass alle Menschen, die er erschaffen hat, einmal bei ihm in seinem Reich sind. Zu unserem christlichen Glauben gehört untrennbar die Hoffnung auf das ewige Leben bei Gott. Ist dieser Glaube nicht wie ein Sonnenstrahl im trüben und kalten Wetter? Zum Glück hat die Medaille nicht nur eine Seite!

Pfarrer Stefan Wingen, Neumarkt-Hofkirche


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Ort: Evangelische Christuskirche Neumarkt
Veranstalter: Evangelische Kirchengemeinde Neumarkt
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Klassik im Kloster - Ein Abend mit Brahms
Ort: Kloster Plankstetten - Gäste und Tagungshaus
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Mittwoch, 15. Mai
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Neue Ideen und Materialien für Mitarbeitende in der Seniorenarbeit
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Herr lehre uns beten - Beten neu entdecken
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Ort: Pfarrheim Charité
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09.00 Uhr
Klostertag: ein spirituell-ökologisches Konzept kennenlernen
Ort: Kloster Plankstetten - Gäste und Tagungshaus
Veranstalter: Benediktinerabtei Plankstetten
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Veranstalter: Ökumenischer Arbeitskreis Religionsfreiheit
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Veranstalter: Katholische Jugendstelle Neumarkt
Samstag, 08. Juni
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