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26.11.2021

Einstimmen und vorbereiten: Gedanken zum Advent

Foto: pixabay

Weihnachtsmärke verboten, Krippenausstellungen abgesagt, Konzerte und Lesungen entfallen – wo doch Vorfreude die schönste Freude ist, wie wir oft sagen. Bei unseren Kindern können wir es beobachten: Wochenlang wird der nächste Geburtstag mit großer Spannung erwartet. Wie es wohl sein wird an diesem Tag, wer mich besucht, welche Geschenke ich bekomme? Zu jeder Geburtstagsfeier und zu jedem Familienfest gehört eine gewisse Vorfreude, stehen aber auch bestimmte Vorbereitungen an. So ist es auch mit Weihnachten. Die meisten von uns mögen diese Zeit der Einstimmung vor dem eigentlichen Fest besonders gerne, während Weihnachten selbst dann oft in Windeseile vorüber ist.

Mit der Adventszeit haben auch wir Christen eine Zeit der Vorfreude und der Vorbereitung. Bereits im 6. Jahrhundert finden wir erste Spuren des Advents. Anfangs dauerte diese besondere Zeit wie auch die Fastenzeit vor Ostern 40  Tage und diente vor allem der Vorbereitung auf die Taufe an den Weihnachtstagen. Zeitweise war der Advent eine regelrechte Buß- und Fastenzeit.

Wenn die Kirche also zur Mitfeier des Advents einlädt, dann geht es nicht in erster Linie darum, einen passenden äußeren Rahmen für die anschließenden Festtage herzustellen. Sie verweist uns in den biblischen Lesungen auf den Propheten Jesaja, der die tiefe Sehnsucht seines Volkes nach Rettung und Heil zum Ausdruck bringt. Sie zeigt uns Johannes den Täufer, der die Menschen in Israel dazu einlud, den Blick auf das Wesentliche zu richten. Und sie weist auf Maria und ihre Bereitschaft hin, sich auf Gott einzulassen und zu dem angekündigten Kind Ja zu sagen. Wir sind eingeladen, uns innerlich einzustimmen auf das, was wir an Weihnachten feiern werden: Gott wird ein Mensch, einer von uns, um unser Leben glücklich und heil zu machen und um es eines Tages zu vollenden.

Gleich am ersten Adventssonntag wird in den Gottesdiensten eine düstere Szene aus der Bibel vorgetragen:  Geschildert werden uns apokalyptische Szenen vom Weltuntergang. Jesus ruft dazu auf, wachsam zu sein und zu beten. Wie wenig das doch zur üblichen vorweihnachtlichen Romantik passen will. Jesus will unsere Blicke auf unser Ende richten und uns sagen: Ich werde da sein und alles zu einem guten Ende bringen. Vertraut mir! Dieses Kind von Betlehem ist nicht einfach nur eine historische Person, deren wir Geburtstag demnächst wieder feiern.  Sondern es will für uns ein Retter und Erlöser sein, an dem wir unser Leben immer wieder ausrichten dürfen. Wenn nun so vieles abgesagt ist, kann ich mir ja einmal wieder bewusst Gedanken machen, wie ich mich auf dieses Geburtsfest einstimmen und auch mein eigenes Ende vorbereiten möchte.

Dekanatsreferent Christian Schrödl, Neumarkt/Habsberg


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Resilienz: Die Kraft der Seele stärken
Ort: Kloster Plankstetten - Gäste und Tagungshaus
Veranstalter: Benediktinerabtei Plankstetten, Tagungs- und Gästehaus
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Veranstalter: Diözese Eichstätt - Initiative der Charismatische Erneuerung
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Mit Humor, Herz und Vertrauen - so kann Kindererziehung Spaß machen
Ort: Aula des Landratsamts Neumarkt
Veranstalter: Katholische Erwachsenenbildung (KEB) und Evangelisches Bildungswerk (EBW) Neumarkt
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Maiandacht mit Gebet um geistliche Berufe
Ort: Wallfahrtskirche Mariä Namen - Trautmannshofen
Veranstalter: Pfarrverband Lauterhofen
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Samstag, 18. Juni
Dienstag, 21. Juni
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Offenes Gebetstreffen mit Maria, der Königin der Liebe, vor dem Allerheiligsten
Ort: Pfarrkirche Heilig Kreuz Neumarkt-Wolfstein
Veranstalter: Pfarrei Heilig Kreuz
Freitag, 24. Juni
Samstag, 25. Juni